Mein Weg zu Soulchange – und warum ich heute tue, was ich tue
- Stephanie Martucci
- 8. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Es gibt Momente im Leben, die alles verändern. Bei mir begann alles an einem Abend, an dem ich mit Anfang 20 auf meinem Bett saß und plötzlich eine tiefe Traurigkeit in mir aufstieg. Ich hatte gerade meine Ausbildung abgeschlossen, war ausgezogen, hatte all die Schritte getan, die man eben so „machen muss“. Und doch war da dieses Gefühl von Enge.
Mein Leben fühlte sich an, als würde ich in einer Maschine stecken – die Schule, Ausbildung, Arbeit, irgendwann Heirat, Kinder und dann… ja was? Ich sah ein lineares Leben vor mir, vorhersehbar, festgelegt. Wie Teig, der durch eine Nudelmaschine gedrückt wird und immer die gleiche Form bekommt. Und ich wusste: Das bin ich nicht.
Ich habe damals geweint, weil ich gespürt habe, dass mich dieser Weg nicht erfüllt – aber ich hatte keine Ahnung, welcher mein Weg sein sollte.
Vom Suchen zum Spüren
Ich begann Supervisionen, ließ mich coachen, fing an zu fragen: Wer bin ich eigentlich? Was macht mich lebendig? Wo zieht es mich hin?
Mein Weg führte mich zuerst in die Persönlichkeitsentwicklung: Systemik, Mentaltraining, der erste Kontakt mit inneren Räumen, die ich bis dahin nicht kannte. Und mit der Zeit wurde klar: Ernährung begleitet mich schon mein ganzes Leben.
Ich wollte verstehen, wie Nahrung wirkt – wirklich wirkt.
Ich lernte den westlichen Ansatz, studierte Regeln, Normen, Empfehlungen. Doch etwas fühlte sich falsch an. Wie sollten „die 10 Regeln der DGE“ für jeden Körper gleich gelten? Warum sollten wir Lachs essen, wenn wir gleichzeitig sahen, was Lachsfarmen den Meeren, den Tieren und unserem Ökosystem antun?
Je mehr ich lernte, desto größer wurde mein Zweifel daran, dass wir uns an pauschalen Vorgaben orientieren sollten. Genau diese Zweifel haben mich auf meinen eigenen Weg geführt.
Die TCM brachte plötzlich Logik und Individualität in alles hinein. Zum ersten Mal ergab es Sinn, warum ein „gesundes“ Lebensmittel für den einen hilfreich ist und für den anderen belastend. Warum Haferflocken für manche Menschen Wärme schenken – für andere aber Hitze verstärken. Warum Ernährung Medizin sein kann und warum es nie etwas rein Körperliches ist.
Und dann kam Italien. Und der Fiat Panda.
Als der erste Lockdown kam, wusste ich: Ich halte das so nicht aus. Ich spürte, ich muss raus – nicht davonlaufen, sondern hingehen.
Ich packte meinen kleinen gelben Fiat Panda, schrieb mir ein offizielles Dokument, dass ich für eine Ausbildung reisen muss, und fuhr alleine über den Brenner nach Italien.
Meine erste große, alleinige Autofahrt. Ich hatte Angst. Und gleichzeitig wusste ich: Das ist ein Wendepunkt.
In Italien machte ich meine erste 200h Hatha- und Kundalini-Yogaausbildung. Ich hatte keine Vorstellung davon, was Yoga in seiner Tiefe wirklich bedeutet. Ich dachte, ich mache eine Ausbildung – und wurde stattdessen auf ein Feld geführt, dessen Größe ich bis heute kaum begreifen kann. Yoga hat mich verwandelt, aber vor allem hat es mich geöffnet.
Jivamukti – eine Tür, die mich gefunden hat
Zurück in Deutschland stolperte ich eher zufällig in meine erste Jivamukti-Stunde.
Ich war maßlos überfordert.
Aber als das Harmonium erklang, bekam ich eine Gänsehaut, die mir bis heute in Erinnerung geblieben ist. Ich wusste: Hier bin ich richtig. Das möchte ich lernen. Das möchte ich weitergeben.
Jivamukti brachte mich zum Veganismus – nicht als Trend, nicht als Ernährungsform, sondern als ethische Haltung. Erst durch Sharon Gannon und David Life verstand ich Ahimsa wirklich.
Und plötzlich ergab alles Sinn: Die Dokumentation „Unser täglich Brot“ hatte mich Jahre zuvor sechs Jahre vegetarisch leben lassen – weil mich die Bilder des Leids nicht mehr losgelassen haben. Damals wusste ich noch nicht, warum. Heute weiß ich: Freiheit und Frieden für mich gibt es nicht, wenn andere nicht frei sind.
Ernährung wurde für mich zu Aktivismus – nicht dogmatisch, sondern ehrlich. Jede Empfehlung trägt Konsequenzen. Wenn ich Lachs empfehle, unterstütze ich ein System, das krank macht – Tiere, Menschen und unseren Planeten.
Es geht nicht darum, vier Kilo abzunehmen oder den Körper zu optimieren. Es geht darum, ein Bewusstsein zu schaffen für das, was wir dreimal am Tag tun: bewusst entscheiden.
Fühlen als Wegweiser
Wir leben in einer Welt, die uns abstumpfen lässt – überreizt, hektisch, ständig überflutet von Bildern, Informationen und Erwartungen. Wir funktionieren, wir erklären, wir rechtfertigen – rein verstandesmäßig lässt sich alles rationalisieren: warum es in Ordnung sei, Tiere in Massen zu halten oder zu töten, warum Kriege geführt werden oder warum wir uns selbst und die Erde ausbeuten.
Doch wenn wir wieder in unser Fühlen kommen, wird alles plötzlich klar. Wir spüren intuitiv, was richtig und falsch ist. Wir erkennen, dass das, was der Verstand oft rechtfertigt, aus der Tiefe unseres Wesenskerns nicht akzeptiert werden kann.
Ernährung ist dabei ein Beispiel: Es geht nicht darum, dogmatische Regeln zu befolgen, sondern darum, zu wissen, was wirklich passiert – um Bewusstsein zu erweitern, wieder in den eigenen Körper hineinzufühlen, Kontakt zu unserem wahren Wesenskern zu bekommen, unsere Intuition und unser Mitgefühl zu stärken. Denn ein Mangel an Mitgefühl und Empathie ist die Wurzel vieler Probleme in unserer Welt.
Techniken wie Yoga Nidra oder Yin Yoga helfen, diesen Zugang wieder herzustellen. Sie ermöglichen es, den Stress zu reduzieren, die innere Wahrnehmung zu schärfen und wieder zu spüren, was wirklich lebendig ist – in uns selbst und in allem, was uns umgibt.
Warum ich heute tue, was ich tue
All das – die Zweifel, die Tränen, die Umwege, die Supervisionen, die Ausbildungen, der Panda in Italien, die Ernährungslehren, Jivamukti, die Dokumentation, das Spüren, das Nichtwissen –
all das hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin.
Ich begleite Menschen auf ihrem Weg zurück in die Balance.
Nicht, weil ich alle Antworten habe, sondern weil ich die Prozesse kenne – weil ich selbst all diese Erfahrungen, Zweifel, Umwege und Erkenntnisse durchlebt habe. Ich weiß, wo Menschen oft feststecken, welche inneren Prozesse durchlaufen werden müssen und wie herausfordernd es sein kann, seinen eigenen Weg zu finden.
Mein Angebot ist vielfältig – Yoga, Ernährung, Coaching, Massage – aber es ist im Kern eins:
ein Raum, in dem Transformation möglich wird. Denn jeder Mensch ist anders erreichbar. Für manche ist es der Körper. Für andere der Atem. Für wieder andere das Essen oder die Stille.
Alles führt zurück in die Balance – in uns und in der Welt.
Ausblick
In diesem Blog werde ich von nun an Einblicke in meine Arbeit, Erkenntnisse aus Ernährung und Yoga, Gedanken zu Balance, Achtsamkeit und Transformation teilen.
Auch News zu meinen Kursen, Retreats, Workshops und meinen regelmäßigen Yogastunden findest du hier.
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